Wundversorgung

Narbenmanagement – die Rolle von Wundverbänden mit Safetac®

von: Mölnlycke Health Care, Oktober 26 2012Beiträge: Wundversorgung

Das Abklingen der Entzündung während des Heilungsprozesses verringert die Narbenbildung, während das Fortbestehen des ersten Insults in fortgesetzter Entzündung und chronischer Heilung resultiert1. Eine fortgesetzte Fibrose der Haut führt zu Narbenbildung und möglicherweise zu Verunstaltung infolge der fortschreitenden Ablagerung der Matrix. Zu den am häufigsten anzutreffenden Narbentypen gehören hypertrophe Narben, Wulstnarben, Ausbreitung von Narben und Kontrakturen2, 3. Egal um welchen Typ es sich handelt, Narben sind entstellend und können die normale Funktion von Primärorganen, die sie beeinträchtigen, stören, beispielsweise Hautfunktionen und die damit verbundenen Hautprobleme.

Hypertrophe Narben sind in rund 50 % der Wunden nach einem chirurgischen Eingriff und bei über 50 % abgeheilter tiefer Verbrennungen festzustellen4. Im Allgemeinen sind sie rot, erhaben und juckend und sie treten an den Wundrändern auf. Obwohl Wulstnarben ähnlich aussehen wie hypertrophe Narben, erstrecken sie sich im Allgemeinen über die Ränder der ursprünglichen Narbe:
Alle Völker sind davon betroffen, aber bei Patienten mit dunkler Hautfarbe treten sie 15 Mal häufiger auf. Wulstnarben treten mit einer Häufigkeit von rund 10 % der Wunden in den Gruppen mit hohem Risiko auf. Kontrakturen sind besonders schwer und treten normalerweise infolge des Verlustes großer Hautbereiche auf, z. B. nach Brandverletzungen und schlecht ausgerichteten chirurgischen Wunden, die nicht den Hautspaltlinien entsprechen. Diese Narben sind dafür verantwortlich, dass sich die Hautränder zusammenziehen und dabei die angrenzenden Muskel und Sehnen beeinträchtigt werden; normale Bewegungen werden eingeschränkt und machen in einigen Fällen eine Z-Plastik oder eine Hauttransplantation erforderlich. Ausgebreitete Narben treten auf, wenn chirurgische Wunden infolge der Hautspannung während des Heilungsprozesses gedehnt werden. Sie sind im Allgemeinen von blasser Farbe, flach, weich und symptomfrei, können aber ästhetisch unangenehm sein1.

Topische Silikongelfolien werden seit über 20 Jahren erfolgreich bei der Behandlung hypertropher Narben und Wulstnarben5 eingesetzt. Zahlreiche klinische Beurteilungen und internationale klinische Empfehlungen zum Narbenmanagement6 unterstützen diese Behandlung. Es gibt zwei empfohlene Mechanismen für die Wirksamkeit von Silikonfolien bei der Prävention und Behandlung von hypertropher Narbenbildung. Zunächst begrenzen Silikonfolien den Feuchtigkeitsverlust der Hautoberfläche und helfen bei der Hydratation; zweitens beschränken die Folien dank ihrer außergewöhnlich hohen Durchlässigkeit nicht die Sauerstoffzufuhr auf die Hautoberfläche. Dies führt zu einer lokalen Erhöhung der Sauerstoffspannung, was zu einer Herunterregulierung der Signale führt, die das Wachstum in der Nähe der Hautoberfläche stimulieren, so dass die Narbenbildung verhindert bzw. verringert wird7.

Mepiform®, ein leichter Silikon-Narbenverband mit Safetac®, wurde in einer Reihe von Studien für die Behandlung hypertropher Narben beurteilt. Saulsberry et al.8 berichten über vier Fälle, in denen Mepiform für das Narbenmanagement nach Operationswunden und Verbrennungen verwendet wurde. Während des Behandlungszeitraums (mindestens 6 Monate für jeden Patienten) hielt der Wundverband ein flaches Profil aufrecht und blieb unter einem Modellageverband an Ort und Stelle, ohne aufrollende Kanten oder Störungen der Gelenkmobilität. Die ursprünglich überpigmentierten Narben kehrten zu einer eher normalen Pigmentierung zurück und wurden weicher und elastischer8. In einer Studie mit 12 Patienten9 wurde festgestellt, dass die Verwendung von Mepiform auch mit einer signifikanten Verbesserung hypertropher Narben einherging. Eine Anwendungsbeobachtung zur Beurteilung der Wirksamkeit von Mepiform bei Narben nach einer Verbrennung oder anderen Traumata sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen (n=87) in ambulantem Rahmen ergab, dass die Haftung und einfache Anbringung von Mepiform die Therapietreue der Patienten zu fördern scheinen und auch die Qualität der Narben sowie die Annehmlichkeit für den Patienten verbessern10. Diese Ergebnisse werden auch von den Beurteilungen einer anderen Studie mit Mepiform bestätigt11.

In einer randomisierten kontrollierten Studie an 11 Patienten mit postoperativen hypertrophen Narben wurden die Teilnehmer zufällig aufgeteilt in eine Gruppe, die mit Mepiform behandelt wurde, und eine Gruppe, die „allein“ klarkommen musste (Tabelle 13). Die mit Mepiform behandelten Patienten zeigten größere und schnellere Verbesserungen als die allein gelassene Gruppe, wie mittels eines Narbenscores (Vancouver Scar Scale) ermittelt wurde. In den Kommentaren zu ihren Ergebnissen schließen die Autoren, dass Mepiform, da es selbstklebend ist und durch seinen Einsatz beim Entfernen Schäden an der Hornschicht begrenzt, gegenüber nicht selbstklebenden Silikongelverbänden einen Mehrwert bietet12. Dies wurde außerdem durch eine Fallstudie bestätigt, in der die frühzeitige Verwendung von Mepiform erfolgreich die Narbenbildung an einer schweren Schnittwunde an der Stirn verhinderte5. Es wurde ebenfalls berichtet, dass mit Mepiform erfolgreich Narben nach einer Brustoperation behandelt werden13.

Referenzen

  1. Meyer, F.J., Burnand, K. G., Abisi, S. et al. Effect of collagen turnover and matrix metalloproteinase activity on healing of venous leg ulcers. Br J Plast Surg 54(3):238-42 95: 3, 319-325.
  2. Tredget, E.E., Nedelec, B., Scott, P. G., Ghahary, A. Hypertrophic scars, keloids, and contractures. The cellular and molecular basis for therapy.  Surg Clin North Am 1997; 77:3, 701-730.
  3. Clark, C. Scars: how pharmacists can help. Pharm J 2005; 275: 7370, 451-454.
  4. Chapman, T.T. Burn scar and contracture management. J Trauma 2007; 62: 6 Suppl, S8.
  5. Meuleneire, F. Using a soft silicone dressing (Mepiform) to prevent scarring in an acute traumatic wound. Wounds UK 2007 3: 4, 134-135.
  6. Mustoe, T.A., Cooter, R.D., Gold, M.H. et al. International Advisory Panel on Scar Management. International clinical recommendations on scar management. Plast Reconstr Surg 2002; 110: 2, 560-571.
  7. Gilman, T.H. Silicone sheet for treatment and prevention of hypertrophic scar: a new proposal for the mechanism of efficacy. Wound Repair Regen 2003; 11: 3, 235-236.
  8. Saulsberry, C.M., Abney, S. B., Landry, K. N. An evaluation of a new silicone dressing for the management of hypertrophic scars. Präsentation auf dem 12. Symposium über Fortschrittliche Wundversorgung und Medizinisches Forschungsforum über Wundheilung, Anaheim, Kalifornien, Vereinigte Staaten von Amerika, 1999.
  9. Middelkoop, E., van Uhen, E., Vloemans, J. The use of Mepiform silicone dressing as treatment for hypertrophic scars. Präsentation auf der Konferenz des Europäischen Verbands für Wundmanagement, Stockholm, Schweden, 2000.
  10. Cain, V. J., McMahon, L. R., O’Donnell, F. J. et al. Effectiveness of a silicone adherent dressing on post burn scar. Präsentation auf der Konferenz des Amerikanischen Verbands für Verbrennungen, Boston, Vereinigte Staaten von Amerika, 2001.
  11. Forest-Lalande, l. Hypertrophic scar management: our experience with Mepiform dressing. Präsentation auf der 7. Jahreskonferenz des Canadian Association of Wound Care, London, Ontario, Kanada, 2001. hipocratico (primum non mocere); use apositos de silicona. Präsentation auf dem VII Simposio Nacional Úlceras por Presión y Heridas Crónicas, Tarragona, Spanien, 2008
  12. Majan, J.l. Evaluation of a self-adherent soft silicone dressing for the treatment of hypertrophic postoperative scars. J Wound Care 2006; 15: 5, 193-196.
  13. Philandrianos, C., Lavie, A., Perchenet, A.S., Magalon, G. Prise en charge des cicatrices mammaires post operatoires. Präsentation auf der 13. Conférence Nationale des Plaies et Cicatrisations, Paris, Frankreich, 2009.
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